Übersicht

Foto-Fundstück (Januar 2019)

Weil: Ohne Fehler wär doch alles nix.

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Übersicht, sachlich

Jan Gehl: Städte für Menschen

Stickoxid-Wolken, Motorenlärm, vier Spuren für Autos, ein Streifen Brösel-Asphalt für alle anderen – weltweit ist das in unseren Großstädten trostlose Realität.

Dass sich heute viele Metropolen zumindest um Veränderung bemühen und „autogerecht“ kein stadtplanerisches Zauberwort der Stunde mehr ist, haben wir auch Jan Gehl zu verdanken, einem dänischen Architekten. Weiterlesen „Jan Gehl: Städte für Menschen“

Übersicht, erzählend, Junge Leser, Lieblingsbücher

John Reynolds Gardiner: Steinadler

Willys Großvater ist krank. Tag für Tag bleibt er einfach im Bett liegen, ohne sich zu rühren, ohne zu sprechen. Erst als im Auftrag des Staats Wyoming einer von den „Stadtgecken“, wie der Großvater sie immer nennt, vor der Tür steht, das Lächeln dünn, die Zigarre dick, und 500 Dollar Steuernachzahlung fordert, versteht Willy den Grund dafür. 500 Dollar, sonst ist die Farm weg, auf der sie leben, Willy, der Großvater, und die treue Hündin Spürnase.

Ein Glück, dass es Spürnase gibt. Mit ihr zusammen kann Willy die Felder der Farm umpflügen, oder zum Vergnügen stundenlang mit dem Schlitten durch den Tiefschnee Wyomings sausen, schneller als alle anderen.

Da wird in der Stadt ein Schlittenhunderennen ausgeschrieben, offen für jeden, der es sich zutraut. Preisgeld: 500 Dollar.

Wäre da nur nicht Steinadler, der riesige, schweigsame Indianer. Auch er hat sich fürs Rennen angemeldet, und auf den Farmen der Umgebung tuscheln sie, dass er bisher noch nie verloren hat … Weiterlesen „John Reynolds Gardiner: Steinadler“

Übersicht, Debüts, erzählend, sachlich

Amy Liptrot: Nachtlichter

Wer „Nachtlichter“ liest, macht zwei Reisen zugleich: Eine psychologische, in die Seele eines alkoholkranken Menschen, dem nach zehn Jahren der Sucht endlich der Ausstieg gelingt, und eine geographische, in den äußersten Norden Großbritanniens, auf die Inselgruppe der Orkneys.

Weiterlesen „Amy Liptrot: Nachtlichter“

Übersicht, Debüts, englisch, erzählend

Tara Westover: Educated

Zwei rote Tabletten liegen vor Tara auf dem Tisch. Ibuprofen. Seit Tagen hat sie Schmerzen im Ohr, eine Entzündung wahrscheinlich. „Jetzt nimm schon,“ sagt der Freund. Aber Tara zögert. Medikamente sind Teufelswerk. Das Gesundheitssystem kontrollieren die Illuminaten. Wer Tabletten nimmt, kann keine gesunden Kinder zur Welt bringen …

Tara Westover, die mit „Educated“ ihr autobiographisches Debüt veröffentlicht, ist als Mormonin im US-Bundesstaat Idaho aufgewachsen. In ihrer Familie wird nur akzeptiert, wer sich den Glaubenslehren bedingungslos unterwirft, auch wenn dies ein Leben jenseits aller Normalität bedeutet.

Die treibende Kraft hinter diesem Fanatismus ist Taras Vater. Erst als Studentin an der Brigham-Young-Universität, einer mormonischen Institution, wo ein eher gemäßigter Glaube gelebt wird, wird Tara verstehen, dass dessen Verfolgungswahn („Das Militär wird uns unsere Kinder nehmen und sie in staatliche Schulen zwingen! Wir müssen uns bewaffnen!“), seine unberechenbaren Launen, die stundenlangen fanatischen Predigten auf eine bipolare Störung zurückzuführen sind, die sich behandeln ließe – würde die Familie nur an Ärzte glauben.

Auch an Bildung glaubt bei Tara zu Hause niemand. Weiterlesen „Tara Westover: Educated“

Übersicht, reihenweise, Sunday's choice

Sunday’s Choice

Diesmal: Bücher, die im Sommer spielen! Logischerweise. Denn da draußen ist ja schließlich Sommer. Und was für einer. Weiterlesen „Sunday’s Choice“

Übersicht, sachlich

Roberto Saviano: Gomorrha

https://www.dtv.de/_cover_media/450b/9783423345293.jpg?20160624220601Am besten stirbt man durch einen Schuss in den Kopf, erklärt der kleine Junge dem Journalisten. Dann ist nämlich alles vorbei, bumm, mit einem Schlag! Ins Herz, das ist nicht gut: „Da stirbst du doch erst nach zehn Minuten.“
Wo die Camorra das Sagen hat, in den armen Stadtteilen von Neapel zum Beispiel, gehört der gewaltsame Tod zum Alltag. Seit ich geboren bin, rechnet Saviano vor, also in 26 Jahren, haben 3600 Menschen in den Kriegen zwischen den Mafia-Clans das Leben verloren. Erschossen, erschlagen, verbrannt, erdrosselt. Mit dem Falschen Geschäfte gemacht. Mit dem Falschen geschlafen. Einen Querschläger abgekriegt. Weiterlesen „Roberto Saviano: Gomorrha“

Leckere Auslage in Londons nobler neighborhood.
Übersicht, englisch, erzählend, Junge Leser, Sunday's choice

Sunday’s Choice

Und wieder einmal: Meine Wahl für diesen Sonntag! Denn: Eine weitere 80-Stunden-Woche steht kurz bevor. In dieser Stunde der Not gibt es bei der Bücherflocke ausgewählte Buch-Pralinen für hungrige Leserherzen. 

Walfische! In letzter Zeit war hier häufiger von ihnen die Rede. Die folgende Auswahl versteht sich als Huldigung an diese buchstäblich kolossalen Säugetiere. Weiterlesen „Sunday’s Choice“

Texte

Montagsfrage!

Habe ich das jetzt auch mal gefunden. Ein mir sympathisches Format!

Also. Romane in Comic-Form? Wir leben in einer sehr „bildergierigen“ Zeit. Besonders schön sieht man das daran, dass grundsätzlich jeder Bestseller, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, von Hollywood gekapert und verfilmt wird. Die Tendenz, Romane in Comics zu verwandeln oder, wie ich es in letzter Zeit häufiger gesehen habe, berühmte Werke der Weltliteratur aufwendig zu illustrieren (ein besonders schönes Beispiel dafür ist „Die Bergwerke zu Falun“), ist sicher ein weiterer Ausdruck unserer Sucht nach bildlicher Darstellung.
Grundsätzlich habe ich aber eigentlich nichts dagegen, auch wenn „Sucht“ negativ klingt. Eine Übersetzung in Bilder ist eine von vielen möglichen Interpretationen eines Romans oder einer Erzählung, und häufig ist es spannend, zu sehen, wie ein gut gewähltes Bild die Textvorlage plötzlich überflügelt; wie eine Momentaufnahme alles bündelt, was der Text auf vielen Seiten mühsam ausformulieren muss. Diese magischen Momente kenne ich aus vielen Filmen, und sicher sind sie auch in Comics zu finden und fügen der jeweiligen Romanvorlage ihre eigene Magie hinzu.
Der Haken aus meiner Sicht ist bloß, dass Bilder, im Gegensatz zum Fließtext, so viel leichter konsumierbar sind. Wer sich also eher an Bilder hält, weil die weniger schwierig zu kapieren sind, läuft Gefahr, sich auf längere Texte aus Konzentrationsgründen irgendwann gar nicht mehr einlassen zu können. Besonders beim Lesenlernen ist das ein Problem: Wer nie den Sprung schafft vom Comic zum „richtigen“ Buch, kriegt das unter Umständen nie hin mit der Lesekompetenz (so gehört von einer Freundin, die in der Stadtbücherei arbeitet und einiges Schlaue rund ums Lesenlernen und um Medienkompetenz zu sagen hat).
Aber bei geübten Lesern, die aus Neugierde Schleifen drehen in Richtung Comic, ist das sicher kein Thema. Mich beispielsweise, die ich mehr gelesen habe, als gut für mich war (anderes Thema) wird die Bilder-Falle wohl nicht mehr schnappen. Also: Her mit den Comics, bin sehr neugierig. Kann hier wer was Gutes empfehlen?