Übersicht, erzählend, Junge Leser, Lieblingsbücher

John Reynolds Gardiner: Steinadler

Willys Großvater ist krank. Tag für Tag bleibt er einfach im Bett liegen, ohne sich zu rühren, ohne zu sprechen. Erst als im Auftrag des Staats Wyoming einer von den „Stadtgecken“, wie der Großvater sie immer nennt, vor der Tür steht, das Lächeln dünn, die Zigarre dick, und 500 Dollar Steuernachzahlung fordert, versteht Willy den Grund dafür. 500 Dollar, sonst ist die Farm weg, auf der sie leben, Willy, der Großvater, und die treue Hündin Spürnase.

Ein Glück, dass es Spürnase gibt. Mit ihr zusammen kann Willy die Felder der Farm umpflügen, oder zum Vergnügen stundenlang mit dem Schlitten durch den Tiefschnee Wyomings sausen, schneller als alle anderen.

Da wird in der Stadt ein Schlittenhunderennen ausgeschrieben, offen für jeden, der es sich zutraut. Preisgeld: 500 Dollar.

Wäre da nur nicht Steinadler, der riesige, schweigsame Indianer. Auch er hat sich fürs Rennen angemeldet, und auf den Farmen der Umgebung tuscheln sie, dass er bisher noch nie verloren hat … Weiterlesen „John Reynolds Gardiner: Steinadler“

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Übersicht, englisch, erzählend, Junge Leser, Sunday's choice

Sunday’s Choice

Und wieder einmal: Meine Wahl für diesen Sonntag! Denn: Eine weitere 80-Stunden-Woche steht kurz bevor. In dieser Stunde der Not gibt es bei der Bücherflocke ausgewählte Buch-Pralinen für hungrige Leserherzen. 

Walfische! In letzter Zeit war hier häufiger von ihnen die Rede. Die folgende Auswahl versteht sich als Huldigung an diese buchstäblich kolossalen Säugetiere. Weiterlesen „Sunday’s Choice“

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Übersicht, Debüts, englisch, erzählend, Graphic Novel, Junge Leser, reihenweise, Sunday's choice

Sunday’s choice

Sonntag: Die nächste 80-Stunden-Woche dräut. Gegen den bitteren Alltag verteilt Sunday’s choice ausgewählte Pralinen aus dem Bücherregal an hungrige Leserherzen.

Ian McEwan: Atonement. Nach Chrisopher Nolans Adrenalinstoß „Dunkirk“ musste ich hier wieder reinschaun. Dünkirchen, dieser merkwürdige Sieg-und-doch-nicht-Sieg des Zweiten Weltkriegs, gleich doppelt geschildert: Aus der Sicht eines englischen Soldaten, der die Flucht des britischen Expeditionsheers bis an die Küste mitmacht, und aus der einer jungen Krankenschwester, über deren Londoner Hospital die Dünkirchen-Katastrophe hereinbricht in Form von Hunderten schwerverletzter Soldaten.

Teju Cole: Every Day is for the Thief. Nach Adichies „Americanah“ eine weitere Stimme aus Nigeria: Coles Ich reist aus den USA, seiner Wahlheimat, zurück ins nigerianische Lagos. Seine Beobachtungen und Erfahrungen driften immer wieder vom Dokumentarischen ins Poetische, Literarisierende, was man mögen kann, aber nicht muss (liest sich zuweilen wie eine Paraphrase von „Ich bin ein großer Schriftsteller“). „Jeder Tag“ liefert fesselnde, häufig ziemlich üble Einblicke in den Moloch Lagos, der ebenso von Korruption und Gewalt in die Knie gezwungen wie von Kunst, Kultur und Zähigkeit am Leben erhalten wird.

Deborah Feldman: Exodus. Der zweite Roman nach dem autobiographischen „Unorthodox“, das mit der jüdisch-orthodoxen Satmarer Sekte abrechnete und der Autorin Morddrohungen einbrachte. Sehr viel weniger überzeugend, aber ich gebe dem Verlag die Schuld: Man sieht regelrecht vor sich, wie sie die junge Autorin dazu zwingen, möglichst bald nachzuliefern, solange die aus dem furchtlosen Debüt gewonnene Aufmerksamkeit noch anhält … Oder es liegt einfach an der Faustregel „zweiter Roman schwerster Roman“.

Lian Hearn: Heaven’s net is wide. Der Regen der letzten Wochen hat mich wieder auf die Spur dieses Fantasy-Titels gebracht, der eine fürs emotional eher im Hölzernen beheimateten Genre erstaunlich zarte Szene vorweisen kann: Der große Krieger und seine geheime Geliebte treffen sich in einem einsamen Tempel und lieben sich, während der Regen herabstürzt, ein silberner Vorhang, der das Paar für ein paar magische Stunden abschirmt von der Welt. „Heaven’s net“ ist das Prequel von Hearns Japan-Trilogie für junge Leser.

Und zum Schluss?

René Goscinny/Morris: Lucky Luke: Calamity Jane. Ja, beim Teutates, eigentlich bin ich im Asterix-Lager eher zu Hause als im Wilden Westen. Aber wo sich René Goscinny für den Mann, der schneller schießt als sein Schatten, ins Zeug gelegt hat, wie eben im Fall der Begegnung (fast eine Romanze, trotz Calamitys Knollennase) zwischen Lucky Luke und der ungehobelten Desperada Calamity Jane („Du hast mir das Leben gerettet, Luke … Falls noch ne Flasche heil ist, spendier ich ne Runde!“) kann schon wie im antiken Gallien nichts schiefgehen.

Junge Leser

J.R.R.Tolkien: Der kleine Hobbit

Die Coverbild Der kleine Hobbit von J.R.R. Tolkien, ISBN-978-3-423-71566-9Hobbits (kleiner als Menschen, Pelz auf den Zehen, bauen sich behagliche Wohnhöhlen – es könnten die Engländer gemeint sein) haben weiter keine Probleme: Solange man Pfeife rauchen und gemütlich in der Morgensonne ein zweites/drittes Frühstück vertilgen kann, ist die Welt in Ordnung.

Außerhalb des von Hobbits bewohnten Landstrichs ist die Welt aber natürlich alles andere als das, sondern ständig in Aufruhr, und voller Abenteuer.

Weshalb auch eines Morgens kein Geringerer als der Zauberer Gandalf der Graue, der Gandalf, bei Bilbo Beutlin auftaucht, einem überaus achtbaren, biederen Hobbit.

So spießig, wie du tust, kannst du nicht sein, lautet sinngemäß die strenge Botschaft des klugen Gandalf an den trägen Hobbit. Ich kenne dich: Du bist nicht nur ein Beutlin. Sondern auch ein Tuk, mütterlicherseits. Also los! Stürz dich ins Abenteuer! Es wird dir guttun. Weiterlesen „J.R.R.Tolkien: Der kleine Hobbit“

Bücherhimmel in Schwarz-Weiß.
Debüts, erzählend, Junge Leser

Marina Keegan: Das Gegenteil von Einsamkeit

Das Gegenteil von EinsamkeitIm Alter von gerade einmal 22 Jahren starb Marina Keegan, wenige Tage nachdem sie an der Elite-Universität Yale ihren Abschluss gemacht hatte, bei einem Autounfall. Sie studierte „Creative Writing“ und wurde, in Yale eine denkbar große Ehre, für die offizielle Abschlussfeier ihres Jahrgangs als Rednerin ausgewählt.

Diese inzwischen auch dank Youtube berühmte Rede, „Das Gegenteil von Einsamkeit“, und einiges von dem, was Keegan vor und während des Studiums schrieb, Essays und Short Stories etwa, haben Dozenten, Freunde und ihre Familie zusammengetragen und als Buch herausgegeben. Weiterlesen „Marina Keegan: Das Gegenteil von Einsamkeit“

englisch, Junge Leser

Celia Rees: Pirates!

An einem trüben Regentag sticht im Hafen von Bristol ein Dreimaster in See. Trüb wie das Wetter sieht es auch für die junge Nancy an Bord des Seglers aus: Nach dem Tod des Vaters schickt man sie ins ferne Jamaica, wo die Familie Ländereien besitzt, einer ungewissen Zukunft entgegen. Ob sie William, ihre wahre Liebe, je wiedersehen wird? Weiterlesen „Celia Rees: Pirates!“

Junge Leser

Bjarne Reuter: Prinz Faisals Ring

https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/416NImHEWUL.jpgKaribische Inseln, 17. Jahrhundert. Der junge Tom Collins, halb irisch, halb spanisch und mit feuerrotem Haar, macht sich vom kleinen Eiland Nevis auf in die große Welt, um sein Glück zu machen und vielleicht Ruhm, aber auf jeden Fall Reichtum zu erwerben.
Doch mit dem schnellen Geld läuft es nicht ganz so, wie Tom sich das vorgestellt hat… Weiterlesen „Bjarne Reuter: Prinz Faisals Ring“

Junge Leser

Ingeborg Kringeland Hald: Vielleicht dürfen wir bleiben

 

Vielleicht dürfen wir bleiben (2)

Flucht steht im Zentrum dieses Romans, gleich zweimal. Einmal in der Gegenwart der Romanhandlung: Die Familie von Albin Prek, elf Jahre alt, darf nicht in Norwegen bleiben, wo ihnen während des Bosnienkriegs Asyl gewährt wurde. Als die Polizei kommt, um die Familie zu holen, läuft Albin weg – mit dem vagen Plan, sich irgendwie nach Oslo durchzuschlagen und dort unterzutauchen. Weiterlesen „Ingeborg Kringeland Hald: Vielleicht dürfen wir bleiben“